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1. Wie sieht denn ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
[Frank Glaubrecht] Das kommt
immer darauf an was ich mache. Ich
mache ja nicht nur Hörspiele, ich synchronisiere auch Filme u.
a.
Pierce Brosnan, den 007, der im nächsten Jahr wieder ein Agenten-
film macht und ja ziemlich bekannte Stimmen wie Kevin
Costner
und Al Pacino, vielleicht noch Jeremy Irons zu nennen, auch
ein
guter Schauspieler den ich sehr gern synchronisiere.
Ja und mit dem Funk, also mit dem Sprechen von Hörspielen
und
allen möglichen Radioarbeiten, habe ich mit 12 Jahren
angefangen
und ist die längste Tätigkeit die ich als Schauspieler ausübe.
Das wir jetzt Hörspiele nicht direkt für Sender produzieren,
und
dass die nur auf CD kommen das ist ne neue Sache, und das
ist
auch angenehm, man hat andere Arbeitsbedingungen.
Es wird vom Verlag aus betreut, und wir haben soviel Zeit
wie
wir eben brauchen, um das ordentlich zu machen.
Die Sinclair Hörspiele machen sehr viel Spaß, dass muß
ich
schon sagen. Ich hoffe, falls das Publikum das weiterhin
gut
findet, noch ein paar machen können. Wir haben 19 Folgen
gemacht, davon sind 6 erschienen an den anderen 13 wird
grade gearbeitet, ich habe meinen Part schon besprochen,
und diese werden dann demnächst erscheinen...
2. Wie sind sie denn zur Rolle des John Sinclair gekommen?
[Frank Glaubrecht] Wenn es um
Knallharte Polizisten und der
gleichen geht, kommen meist Anfragen bei mir, daher hat man
mich wohl auch für den Sinclair in betracht gezogen.
3. Wie wird man eigentlich Synchronsprecher, lernt man das
auch auf der Schauspielschule?
[Frank Glaubrecht] Nein das
ist ne Spezialisierung. Man muss
wohl um Synchronsprecher zu werden Schauspieler sein. Man
hat Atemtechnik und Sprechtechnik gelernt, aber es gibt
keine
direkte Ausbildung zum Synchronsprecher. Ich bin jetzt
gefragt
worden von einem Sprachinstitut ob ich das nicht als Sonder-
lehrgang betreuen würde, und ich bin grade dabei das zu über-
legen. Es ist ein Namenhaftes deutsches Institut, das in
erster
Linie Manager und Leute die viel Reden in ihrem Beruf
betreuen.
Die
wollen einen Lehrgang einrichten - wenn ich das mache -
und ich bin noch am überlegen, und lass mir das Konzept
noch
mal zeigen, und es könnte dann sein dass man dann so eine
Ausbildung
als Synchronsprecher machen kann. In wie weit das
Sinnvoll ist, muß ich noch ausloten.
Allerdings muß ich sagen es gibt viele gute Schauspieler,
die
nicht gut synchronisieren können. Es scheint also doch noch
eine Spezialbegabung zu sein, und möglicherweise ist da
auch
was dran zu erlernen. Ich muß sagen ich bin ins kalte
Wasser
gesprungen, ich hatte keine Ausbildung dafür gehabt, mir
haben die 3 Jahre Schauspielunterricht gereicht, aber ich
kann
mir Vorstellen dass man junge Menschen dafür Fördern kann.
4. Was gibt ein Regisseur bei einer Hörspielaufnahme
mit,
damit Sie die Szene perfekt umsetzten können?
[Frank Glaubrecht] Es ist die
Aufgabe des Regisseurs in erster
Linie, das er den roten Faden im Kopf hat. Also das er genau
weiß die die Szenen zusammengehören.
5. Kannten Sie die Figur "John Sinclair" schon
vorher?
[Frank Glaubrecht] Ja sicher, ich habe das nicht als
Fan gelesen,
aber ich habe gewußt das es das gibt. Ich hab auch mal eine
Geschichte gelesen, das ist allerdings schon sehr lange her.
6. Was macht mehr Spaß die Arbeit an einem Hörspiel oder
Hörbuch?
[Frank Glaubrecht] Das
kann man so nicht sagen, dass sind
verschiedene Arbeiten. Wenn ich ein Hörbuch mache, wo ich
von vorn bis hinten alles Spreche, dann ist das meine
Ureigene
Geschichte sozusagen, und muß sehr viel mehr von mir
Einbringen,
und wenn ich ein Hörspiel mache, dann muß ich nur eine Figur mit
Leben füllen.
7. Gibt es einen Schauspieler den Sie besonders gern
Synchronisieren?
[Frank Glaubrecht] Ja,
also Pierce Brosnan synchronisiere ich
sehr gern, und Kevin Costner auch.
8. Erkennt man Ihre Stimme wieder beim Einkaufen?
[Frank
Glaubrecht] Nicht so sehr, dass sind dann doch Sachen
die aus der Magie des Bildes entstehen. Es steht immer eine
Verwandlung dahinter, wenn man eine Rolle darstellt und
nicht
sich selbst.
9. Gibt es eine Synchronarbeit die Sie am liebsten streichen
würden von Ihrer Arbeit?
[Frank Glaubrecht] Es gibt dumme Filme. Es gibt eine
Menge
Filme die mir nicht soviel Spaß machen, entweder weil mir
die
Geschichte nicht gefällt oder langweilig Produziert wurde,
oder
ich weiß nicht was. Es gibt halt eine Menge Filme die nicht
so spannend sind
10. Suchen Sie die Rollen selber aus wenn sie Dialogregie
führen?
[Frank Glaubrecht]
Ja ich muß dann, wenn ich Dialogregie
mache, auch die Rollen besetzten. Wir haben ein kleinen
Kreis von Schauspielern von etwa 1000 Schauspielern, die
sehr gut synchronisieren können die sich meist in Hamburg,
Berlin oder München befinden.
11. Waren Sie auch aufgeregt als sie das erste mal 007
synchronisieren mußten?
[Frank Glaubrecht] Es ist schon etwas besonderes eine
solche
Filmfigur sprechen zu dürfen. Ich war vor allem sehr gespannt
wie
Pierce Brosnan das machen würde, er hatte ja Namenhafte
Vorgänger - die auch nicht schlecht waren - wenn ich das
mal
sagen darf.
Mein Vorteil war das ich Pierce Brosnan ja durch
"Remington
Steele" aus den FF kannte, und da mußte ich nur noch nach-
vollziehen wie er den 007 anlegt, und denn bin ich dann auch
gefolgt.
12. Sehen Sie sich auch Ihre Filme die sie Übersetzen
an,
wenn sie fertig sind?
[Frank Glaubrecht] Ja
sicher, irgendwann muß man das mal
gesehen haben, dann ärgert man sich evt. über schlechte
Mischverhältnisse, oder man freut sich wenn etwas gut
geworden ist. Öfter als 1x sehe ich etwas was ich gemacht
habe in der Regel nicht.
13. Wenn Sie selber ins Kino gehen, in Filme die Sie
nicht bearbeitet haben, denken Sie dann "das hätte
ich besser gemacht"?
[Frank Glaubrecht] Naja
es geht gar nicht mal so sehr darum
das man überlegt "hätt ich das besser gemacht",
sondern das
man genau weiß wie so etwas entsteht. Man kennt die Arbeit
und den Anspruch an sich selbst. Manches gefällt ein, und
bei
manches sagt man "na da haben die haben geschludert".
Das
ist bei allen Profis so, man hat nicht den richtigen Abstand
dazu. Es ist sogar störend wenn man ins Kino geht und die
Stimmen alle raushört, weil man ja genau weiß was die da
grade machen. Ich wünsche mir manchmal ich wäre genauso
unbefangen wie ein normaler Kinogänger- das ich das alles
nicht wüßte - und mich auf die Figuren besser
konzentrieren
könnte.
14. Welche Arbeit steht als nächstes an?
[Frank Glaubrecht] Ich
habe - jetzt fällt mir nicht ein wie der
heißt - Die nächste größere Arbeit die ich mache, ist
ein
Kinofilm.
Dann bedank ich mich recht herzlich !
[Frank Glaubrecht] Nichts zu
danken! Gern geschehen!
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