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1.) Ist es wahr, daß Sie dieses Jahr neue Hörspiele produzieren
werden? Die
Berichte auf Ihrer Seite hören sich eher
nach „nein“ an ...
Es wird in diesem Jahr neue
Hörspiele von mir geben, das steht fest. Die Planungen
dazu sind aber noch nicht abgeschlossen. Wenn ich „neu“ sage,
meine ich jedoch
nicht, „alten Wein in neue Schläuche zu gießen“. Ich persönlich
halte nicht viel von
bloßen Aufgüssen der alten Bestseller. Das mag für
eingefleischte Fans hart klingen,
die ihre zerkratzten Schallplatten gegen unbeschädigte CDs
eintauschen wollen.
Doch der Publikumsgeschmack hat sich in den letzten Jahrzehnten
gewandelt, und
die technischen Möglichkeiten sind heute unvergleichlich besser.
Wer das Hörspiel
wieder nach vorne bringen will, muß sich auch um neue Zielgruppen
kümmern.
Dem gilt es mit zeitgemäß gestalteten Produktionen Rechnung zu
tragen.
2.)
Wenn Sie produzieren, für welches Label?
Ach,
Sie fragen da was ... Aber im Ernst: Dazu kann ich Ihnen noch nichts
sagen.
Wenn bei mir ein großes Label anklopfen sollte, können wir
selbstverständlich da-
rüber reden. Fragt sich nur, wie realistisch das ist. Wir planen
daher einen eigenen
Weg. Ich könnte mir vorstellen, kleine exklusive und limitierte
Auflagen im Eigenverlag
zu vertreiben. Das Internet bietet sich dazu als interessanter
Absatzkanal an.
3.) Was ist aus der
Zusammenarbeit mit maritim geworden?
Derzeit
läuft keine Zusammenarbeit mit maritim. Leider ist es in letzter Zeit
um das
Label ruhiger geworden, wie man weiß. Das ist schade, denn das Hörspiel
braucht
innovative Leute.
4.) Surfen Sie selber
auch Hörspiel-Fan-Seiten ab?
Aber
sicher. Allerdings lassen mir meine vielen Aufgaben momentan nicht
besonders
viel Zeit zum geruhsamen Herumsurfen. Ich freue mich aber, daß es
so viele engagierte
Betreiber von Internet-Seiten gibt, die das Hörspiel im großen
Enthusiasmus promoten.
Das ist gut für dieses einmalig schöne Medium.
5.) An was arbeiten
Sie derzeit?
Noch
in diesem Monat beginnen wir mit der Produktion des Hörspiels „Königshaut“
nach dem gleichnamigen Theaterstück des bayerischen
Schriftstellers Wolfsmehl.
Wie schon im letzten Hörspiel „Zeit der Unübertrefflichkeit“
werden an der neuen
Produktion wieder namhafte Schauspieler mitwirken.
6.) Welchen Stoff
halten Sie besonders geeignet für eine Hörspielserie?
Da gibt es viele. Und
das ist geradezu ein Problem. Wir haben da zwar so unsere
Vorstellungen, doch sagen Sie mir, was sich die Fans am meisten wünschen,
und
ich werde die Ideen gerne aufgreifen.
7.) Woran liegt es - Ihrer Meinung nach - daß Hörspiele wieder
ein bißchen
mehr Anerkennung gewinnen?
Ich
glaube, daß viele Menschen die ständige Medienberieselung durch immer
gleich-
förmigere TV- und Radioformate leid sind. Von einer
„Renaissance des Hörspiels“ will
ich hier gar nicht reden, aber es ist schön, daß ein Teil von
ihnen das klassische
Hörspiel wieder für sich entdeckt – und manche sogar zum
ersten Mal.
8.) Würden Sie auch
von Jungautoren Bücher als Hörspiel oder Buch
vertonen?
Ja,
warum nicht? Vorausgesetzt natürlich, daß es sich um interessante,
professionell
geschriebene Stoffe handelt. Wenn Sie also einen talentierten
Nachwuchsautor kennen,
richten Sie ruhig meine Adresse aus ...
Datum:
13.02.2001
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