John Christopher - Tripods 1: Dreibeinige Monster auf Erdkurs


Gelesen von: Torsten Michaelis
Regie: Dirk Kauffels
Format: 4 CDs
Länge: ca. 270 Min.
Herausgabe: Juni 2006
ISBN: 978-3-491-24132-9



Inhalt

England irgendwann nach unserer Zeit. Große Städte gibt es nicht mehr, die Menschen leben in einfachen Verhältnissen. Sie dienen den Dreibeinern mit einer fanatischen Begeisterung, die mit der »Weihe« zum 14. Lebensjahr beginnt. Dann erhalten die Heranwachsenden von den Dreibeinern eine Metallkappe. Der 13-jährige Will beobachtet, dass sich sein Freund Jack nach diesem Ritus eigenartig verändert hat. Als ein »Wanderer« in sein Dorf kommt und von den letzten, freidenkenden Menschen in den Weißen Bergen erzählt, flieht Will vor seiner eigenen Weihe. Er macht sich auf eine gefährliche Reise.



© 1967 by John Christopher
Hörbuch © 2006, Patmos Verlag GmbH & Co. KG - Düsseldorf (heute: Sauerländer)


Kommentar - Detlef Kurtz

Große dreibeinige Wächter aus Stahl, die „Tripods“, herrschen über die Menschheit. Wie sie die Oberhand, über die Erde erlangten, ist nicht bekannt. Die Geschichte beginnt bei dem 13jährigen Will, dem Zweifel aufkommen. Er möchte nicht geweiht werden. Die Weihe ist eine Operation, wo ein dreieckiger Chip auf der Kopfhaut eingepflanzt wird, der das freie Denken verhindert. Ein geheimnisvoller Mann zeigt ihnen eine Karte zu den noch letzten freidenkenden Menschen. Doch die Reise ist sehr gefährlich...

Der Auftakt der gelungenen Trilogie über die „Dreibeinigen Herrscher“ ist spannend und äußerst packend erzählt. Es ist die Vorlage zu der, aus den 80er Jahren bekannten, Kult-TV-Serie, die es in Deutschland nur ein einziges Mal im Fernsehen (ZDF) zu sehen gab. Der Roman unterscheidet sich nur in kleinen Punkten von der Verfilmung. Der Titel ist etwas seltsam, denn die „Dreibeinigen Monster“ sind nicht auf dem Weg zur Erde, sondern besetzen sie schon seit Jahrzehnten, oder länger. Die Handlung spielt weit in der Zukunft und nur noch Ruinen und verlassene Städte erinnern an das uns bekannte Leben. „Die Reise beginnt“ wäre vielleicht ein besserer Titel, denn Will und sein bester Freund machen sich auf nach den noch einzigen frei denkenden Menschen. Die Spannung steigert sich Stück für Stück, auch wenn die Einleitung zunächst etwas zu ruhig erscheint. Wer aufmerksam zuhört, wird nicht enttäuscht und sehnt sich sofort nach der Fortsetzung, die es ebenfalls als Hörbuch gibt.

Für die Lesung konnte Torsten Michaelis gewonnen werden. Er ist u. a. als Synchronstimme von Wesley Snipes. In der Hörspielwelt lieh er auch „Caine“ (Lausch), in der gleichnamigen Hörspielserie, seine Stimme. Die Leistung ist beachtenswert. Dem Roman wird durch die richtige Interpretation der Figuren und das passende Tempo würdevoll Rechnung getragen. Es stimmt einfach alles. Der Sprecher leistet sich keine Durchhänger. Aus der Ich-Perspektive von Will erleben wir das Abenteuer. Die Figuren erhalten ihre eigene Färbung, sodass ein Auseinanderhalten ohne Probleme möglich ist, dabei wird nicht übertrieben. Kritikpunkte sucht der Rezensent vergeblich. Das Hörbuch kann durchaus von älteren als auch von jüngeren Hörern genossen werden. Das Mitfiebern ist dank der dichten Ich-Erzählung für alle Altersklassen gewährleistet.

Patmos (heute Sauerländer) war sich bei der Umsetzung bewusst, das ein Kultroman vertont wird. Eine inszenierte Lesung, die durchaus als Referenz gelten darf, ist entstanden. Es werden die Originalgeräusche und Musik aus der TV-Serie dezent eingespielt. Sie drängen sich nicht in den Vordergrund, tragen aber maßgeblich dazu bei das die dichte Atmosphäre noch spannender beim Hörer ankommt.

Bei soviel Lob gibt es aber auch einen kleinen Kritikpunkt. Das Coverartwork. Das Motiv ist nicht ansprechend und wirkt sehr billig. Die Farbgebung ist gelungen. Warum hat man nicht einfach ein Motiv aus der TV-Serie genommen, wo doch bereits die Originalmusik eingesetzt wird? Im Regal macht die Produktion leider nichts her, dafür aber, sobald sie im CD-Player landet!

Fazit: Grausiger Coverentwurf mit genialem Inhalt. Ein Kultroman der durch die lebendige Art von Torsten Michaelis zum Leben erweckt wird. Für jeden Science-Fiction-Fan ein Muß!




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