Alexander Neubacher - Ökofimmel: Wie wir versuchen die Welt zu retten...


Gelesen von: Thomas Schmuckert
Regie: Martin Freitag
Format: 4 CDs
Länge: ca. 315 Min.
Herausgabe: März 2012
ISBN: keine Angabe



Inhalt

Alexander Neubacher ist guten Willens: Seine Familie und er machen mit beim Umweltschutz, halten sich brav an alle Öko-Vorschriften, scheuen keine Kosten für Bio-Produkte. Doch inzwischen haben sie ernsthafte Zweifel, ob sie der Umwelt damit wirklich helfen, denn die Energiesparbirne endet als gefährlicher Sondermüll, die ausgespülten Joghurtbecher werden nicht recyclet, sondern verfeuert, für die Herstellung des Biobenzins im Autotank wird der Regenwald gerodet, und aus den Gullys in ihrer Straße dringt entsetzlicher Gestank, weil alle Wasser sparen. Am Beispiel des eigenen (Familien-)Lebens zeigt Neubacher, wie hysterisch die deutsche Umweltpolitik geworden ist. Er untersucht, wie sich Dosenpfand, E10 und Atomwende auf den Alltag der Bürger auswirken, und fragt, ob wir mit unserem Ökofimmel tatsächlich die Umwelt retten.



© 2012, Deutsche Grammophon Literatur / Universal Family Entertainment, Berlin


Kommentar - Detlef Kurtz

Ein Hörbuch über den Sinn und Unsinn des Ökowahns. Nicht jede Maßnahme, die dem Umweltschutz dienen soll, dient ihn wirklich auch. Autor Alexander Neubacher geht mit etwas Ironie und viel Fachwissen an die Sache ran und klärt uns über die eine oder andere Umweltmogelpackung auf…

Ist Mülltrennung wirklich umweltschonend? Was ist besser für die Umwelt: Mineralwasser trinken, oder doch lieber Leitungswasser? Diese und viele weitere Fragen werden mit einem ordentlichen Schuss Ironie beantwortet. Einiges dürfte bereits bekannt sein, aber der Autor bringt auch unbekannte Dinge an den Tag. Ein durchaus unterhaltsames und bildendes Hörbuch. Den Autoren scheint aber doch die Puste ab der halben Spielzeit auszugehen. Die erste Hälfte ist sehr humorvoll angereichert, während die zweite Hälfte recht trocken über die Kosten von neuen Energien und anderen Aktionen, berichtet. Erst wirkt die Umsetzung wie eine Stand-Up-Comedy, dann wie ein dozierendes Lehrbuch. Richtig langweilig sind beide Teile nicht, aber eine klarere Linie wird dennoch vermisst.

Das Hörbuch von Thomas Schmuckert gelesen. Seine Art ist recht gewöhnungsbedürftig. Die Regie lässt ihn nicht aus sich herauskommen. Er liest steif den Text und redet selten frei, wie es sonst von vielen Hörbuchern gewohnt ist. Viel Modulation gibt es auch nicht. Wer das Hörbuch genießen will, sollte daher ab und an eine Pause einlegen, sonst könnte leichte Langweile auftreten, die aber teilweise durch den interessanten Inhalt abgefedert wird.

Die Produktion wird im Papp-Digipack geliefert. Wie heute leider üblich mit Pappschlitzen. Die CDs haben gegen Staub im Regal also keinen Schutz und können beim Herausnehmen Kratzer bekommen. Warum alle Welt diese doch eher unschöne Verpackung für Hörbücher benutzt, bleibt rätselhaft. Vermutlich gibt es keine Hörbuchsammler unter den Produkt-Mangern?! Die Tonqualität ist durchweg gut.

Fazit: Erst sehr humorvoll, dann sehr sachlich. Unterhaltsam ist das Hörbuch durchweg, wenn auch der Erzähler etwas lockerer den Stoff lesen könnte.




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