J. R. R. Tolkien - Der Hobbit
 

  Inhalt (entnommen vom MC-Inlay):
 Bilbo Beutlin, der kleine Hobbit, wächst über 
 sich hinaus. Als Kundschafter, Retter und 
 umsichtiger Führer dient er den Zwergen. 
 Nun, am Berg des Drachen Smaug ange-
 kommen, soll Bilbo zum Meisterdieb werden.
 Smaug wird getötet, und um die Schätze
 entbrennt eine verheerende Schlacht...
Länge: ca. 270 Minuten (4 MCs) 
ISBN: 3-89584-067-X

Der Kommentar - Detlef Kurtz

 
 J. R. R. Tolkien entführt uns einmal mehr in seine Fantasy-Welt. Wer den kleinen
 Hobbit nicht kennt, dem sei gesagt, dass es der Vorgänger-Roman zu "Herr der
 Ringe" ist. 

 Die WDR-Hörspielversion ist fast eine Lesung, aber auf der anderen Seite ist die
 Umsetzung nicht möglich, da viel erzählt werden muß, um die vielen Details der 
 "Hobbit Welt" zu erklären und zu bebildern.
 Alle Sprecher leben auf, wie 
 auch das rechte Bild zeigt.
 Kein Wunder also das jede
 Minute Spaß macht! 

 Ein wenig enttäuschend ist hier aller-
 dings die Geräuschkulisse, aber ein
 Blick auf das Produktionsdatum zeigt
 den Grund an. Die Produktion ist bereits stolze 21 Jahre alt und entstand 1980. 
 Die Verkaufsversion des HörVerlags bietet ein ansprechendes Design und ein 
 interessantes 18seitiges Booklet mit einen kleinen Artikel über J. R. R. Tolkin, 
 dass ganze wird abgerundet mit Informationen zu den Charakteren, einen 
 Stammbaum der "Beutlins" und "Zwerge" sowie Informationen zur Besetzung.

 FAZIT: Ein Muß für alle Fans der "Herr der Ringe-Saga" und Freunde des 
 Fantasy-Genre!

Sven Großmann

 

 Da ich mir schon vorher aufmerksam die Angaben aus dem Booklet durchgeschaut 
 hatte, wusste ich ungefähr was mich qualitativ erwarten würde. Die Qualität der 
 Produktion ist für ein Hörspiel aus dem Jahre 1980 dennoch erstaunlich gut, was 
 mich dann schon wieder überrascht hatte. Auch daß die Inszenierung souverän 
 ablaufen würde, dafür spricht der Name des Regisseurs Heinz Dieter Köhler.

 Da ich aber dennoch den "Herrn der Ringe" im Ohr hatte - die Nachfolgegeschichte 
 zum "Hobbit" die 1991/92 von Bernd Lau inszeniert wurde, kam ich fast nicht umher 
 ein paar Vergleiche anzustellen. So ist mit aufgefallen, daß Bernd Lau aus ein paar 
 Fehlern des "Hobbits" durchaus gelernt hat. So wurde zum Beispiel beim "Herrn der 
 Ringe" auf überflüssige Erzählerparts verzichtet, die beim "Hobbit" einem doch immer
  wieder auffallen. "Sagte dieser", "dachte jener" - solche Dialoge muss der, zwar 
 etwas lispelnde, aber doch wirklich großartige Erzähler Martin Benrath zum Besten 
 geben, was einen doch sehr an eine Lesung erinnert. Manchmal steigert sich dies 
 sogar in einen Dialogwechsel zwischen der Hauptfigur Bilbo Beutlin und dem Erzähler. 
 Ich für meinen Teil finde so etwas nicht besonders prickelnd, weil es keine Nähe 
 zum Hörer, sondern Distanz schafft.

 Aber es gibt auch Sachen, wo "Der Herr der Ringe" nicht so gut wegkommt. So ist die 
 Musik beim "Hobbit" deutlich besser, auch wenn die Effekte sicherlich nichts so über-
 ragend sind. Spartanisch natürlich, obgleich des Alters, aber immer passend. 
 Außerdem gewöhnt man sich im Laufe daran, so daß einem das gar nicht mehr 
 irgendwie negativ auffallen wird.

 Die Sprecher sind wirklich gut gewählt. Wie schon erwähnt ist Martin Benrath als 
 Sprecher sehr gut. Auch Horst Bollmann alias Bilbo Beutlin spricht sich ein und 
 man nimmt ihm den Hobbit auch wirklich ab. Bernhard "Gandalf" MInetti ist ebenfalls 
 sehr gut, trifft seine Rolle ziemlich genau (auch wenn ich meine, daß Manfred Steffen 
 in der Nachfolgeproduktion, noch das gewisse Etwas mit hineinlegt und somit die 
 Rolle noch etwas bessser herüberbringt) - und sogar Jürgen von Manger als Gollum! 
 Hier hatte ich meine größten Bedenken (wer Dietmar Mues schon in dieser Rolle 
 gehört hat, ahnt bestimmt was ich meine). Doch "Tegtmeier" klärt einen hier nicht 
 nur auf, sondern belehrt einen des Besseren - auch wenn der "Wahnsinn" Gollums 
 einen hier nicht unbedingt gleich erschlägt, wie es bei Mues der Fall ist.
 
 Fazit: Alles in allem, ist der "Hobbit", wenn man sein betagtes Alter berücksichtigt, ein 
 sehr gutes Hörspiel, das Spaß macht - vor allem wenn man Tolkien- bzw. "Herr der 
 Ringe"-Fan ist

 

Die Rollen Gesprochen von
Erzähler Martin Benrath (+)
Bilbo Beutlin Horst Bollmann
Gandalf Bernhard Minetti (+)
Bombur Herbert Grünbaum
Thorin Heinz Schacht (+)
Gollum Jürgen von Manger (+)
Balin Wolfgang Spier
Erste Spinne Uta Hallant
Zweite Spinne Liselotte Rau
Gloin Herbert Weissbach
Dwalin Friedrich W. Bauschulte  
Waldkönig / Meister Heinz Theo Branding
Dori / Fili / Kommandant / Flösser    Rolf Schult
   
Regie Heinz Dieter Koehler
Hörspielbearbeitung Ingeborg Oehme-Troende  
Musik Enno Dugend
Aus dem Englischen von   Walter Scherl
Aufnahmeleitung Johannes Hertel

 
(P) Westdeutscher Rundfunk, Köln 19
80
© + (P)
1996/2000, by DerHörVerlag, München
 

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