Inhalt
Nach einem Kometenschauer über London ist die Zivilisation zusammengebrochen: Triffids, riesige, fleischfressende Pflanzen, haben die Kontrolle übernommen und bedrohen die überlebenden Einwohner. Der Klassiker der Science-Fcition-Literatur in der legendären Hörspielinszenierung des WDR mit Hansjörg Felmy als Bill Mason führt den Hörer durch ein apokalyptisches Szenarium. Der Straßenfeger aus den 60er Jahren –eine Wiederentdeckung kultig wie Paul Temple.
| Besetzung |
| Rolle |
Sprecher |
| Bill Mason |
Hansjörg Felmy (+ Sep 2007) |
| Josella Playton |
Margot Leonard |
| Elspeth Cary |
Marlene Riphahn |
| Direktor der AEFC |
Walter P. Jacobs |
| Umberto Palanguez |
Enzo Calani |
| Bill als 15jähriger |
Dieter Brücher |
| Bills Vater |
Gerhard Becker |
| Walter Lucknon |
Raoul W. Schnell |
| Krankenschwester |
Annelie Jansen |
| Chefarzt |
Alois Garg |
| Wirt |
Alwin Joachim Meyer |
| Berichterstatter |
Adolf Furier |
| u. a. |
© & (P) 1968/2007, Westdeutscher Rundfunk
© 2007, Der Audio Verlag
Kommentar - Detlef Kurtz
Der Titel lässt vermuten, dass es um „Die Triffids“ geht, aber genau genommen ist es beste SF-Literatur, die mal wieder aufzeigt, wie herzlos und egoistisch Menschen sein können, wenn ihre Existenz bedroht ist. Die Katastrophe lässt nicht nur die Triffids auf die Menschen ungehindert los, sondern auch die Menschen selbst spalten sich in Gruppen. Bill Mason, der vom kürzlich verstorbenen Hansjörg Felmy verkörpert wird, ist mittendrin und muß ums Überleben kämpfen. Wem kann man vertrauen und wie um alles in der Welt ist das Weiterleben auf der Erde möglich, wenn jeder gegen jeden agiert?
Die Inhaltsangabe übertreibt nicht! Es ist wahrhaftig ein apokalyptisches Szenario. Gleich zu Beginn kommt Spannung auf, aber auch für etwas ruhigere Töne ist gesorgt. Das Werk macht vor allem – wie jede gute SF-Literatur – nachdenklich. Die Dialoge sind interessant gestaltet, reißerische Action gibt es natürlich nicht, aber die ist auch nicht nötig, um bis zum Ende der Geschichte spannend vorm CD-Player zu kleben. Merkwürdig ist allerdings der Vergleich zu Paul Temple, denn dafür sind die beiden Werke – auch wenn sie beide die Fähigkeit haben heute noch genauso zu begeistern wie in den 60ern- zu unterschiedlich. Die Darsteller sind aber vergleichbar gut. Niemand klingt künstlich, was aber in Anbetracht das früher sowieso nie *ge-xt wurde kein großes Wunder ist.
Die 3 CDs sind in einem aufklappbaren Digipak untergebracht. Das Inlay enthält Biografien und einen Text zum Inhalt. Sehr unglücklich ist diesmal leider die Farbgestaltung: Schwarze Schrift auf einem dunklen Lila, Hallo? Technisch darf man nicht ganz soviel erwarten. Die Tonqualität ist natürlich nicht ganz so kraftvoll, wie von neueren Produktionen gewohnt, aber die Dialoge sind jederzeit verständlich und absolut nichts klingt undeutlich.
Fazit: Ein Klassiker, der durch gute Dialoge und gute Sprecher auch heute noch zu fesseln weis. Die Thematik ist nicht zu abgehoben und dürfte auch Hörern gefallen, die nicht reine SF-Fans sind!
* X-en: Das ist der Ausdruck für ein Zurechtschneiden von Dialogen, die getrennt vorgenommen werden, statt mit allen Darstellern gleichzeitig. Eine Praxis, die besonders bei neuen kommerziellen Hörspielen die Regel sind, was manchmal auch herauszuhören ist...
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