| Besetzung |
| Rolle |
Sprecher |
| Sherlock Holmes |
Joachim Tennstedt |
| Dr. John Watson |
Detlef Bierstedt |
| Mrs. Hudson |
Regina Lemnitz |
| Inspektor Abberdine |
Christian Stark |
| Annie Chapman |
Marianne Groß |
| Elizabeth Stride |
Eva Michaelis |
| Mary Jane Kelly |
Polonca Olszak |
| Ripper |
Axel Lutter |
| Constable |
Hannes Maurer |
| Joe |
Tobias Nath |
| Passant |
Michael Pan |
| Hure |
Schaukje Könning |
| Piano |
Mariana Noga |
(P) + © 2011, Titania Medien GmbH, Leverkusen
Kommentar - Detlef Kurtz
Lange hat es gedauert, bis das beliebte Duo Tenn- und Bierstedt wieder als Holmes und Watson in Aktion treten durften. Was Titania Medien präsentiert sind eigene Geschichten, die aus der Feder von Marc Gruppe stammen. In der 1. Folge geht es um das wohl bekannteste Verbrechen Englands: Die Ripper-Morde. Geschickt wird Holmes in diesen Fall verwickelt und auch die anschließende Suche nach Dr. Watson gab es so noch nicht. Es fehlt allerdings an Spannung und vor allem an den üblichen Zutaten. Sherlock Holmes seine Eigenschaften sind nur ganz leicht wahrnehmbar. Die Scharfsinnigkeit scheint auf der Strecke zu bleiben. Die Dialoge zwischen Holmes und Watson könnten von jedem anderen Krimiteam stammen. Lediglich eine kleine Kombination in einer Szene erinnert an die Überlegenheit, die wir schätzen und lieben.
Ist das Hörspiel dennoch hörbar? Wenn der Hörer sich damit abfindet, keinen klassischen Holmes-Fall in den Händen zu halten, ja! Die Sprecher leisten gute Arbeit und es macht Spaß ihnen zuzuhören, dennoch bleibt im Hinterkopf das Hoffen auf einen echten „Holmes-Moment“, der aber ausbleibt. Beachtenswert ist dabei die Darstellung von Joachim Tennstedt, der richtig mitfühlend auf einen der Morde reagiert, wenngleich auch das nicht so recht zu Holmes passen möchte, der ja in der Regel selten Gefühle zeigt. Fehlbesetzt wirkt niemand.
Die Abmischung ist sehr liebevoll und detailliert. Die düstere Stimmung im düsteren Gassen wird wunderbar übertragen. Ein kleines Highlight ist die kleine Gesangseinlage von Mary Jane Kelly. Die Liebe zu kleinen Feinheiten zahlt sich aus. Eine schaurige Atmosphäre entsteht und bleibt auch von Anfang bis Ende präsent. Die Tonqualität ist auf hohem Niveau. Die Sprache wird nie durch die Effekte beiseitegeschoben.
Fazit: Ein solides Hörspiel, das etwas mehr Tempo vertragen hätte. Die Abmischung und die Sprecher überzeugen, aber das Drehbuch enttäuscht. Das Fehlen echter Holmes-Zutaten enttäuscht.