Inhalt
Welcher Zeuge könnte glaubhafter sein, als ein Reverend? Aber trifft dies auch zu, wenn der kirchliche Würdenträger überzeugt davon ist, dass in seinem Garten eine geisterhafte Nonne in der Dämmerung erscheint? Holmes und Dr. Watson machen sich auf den Weg nach Essex, um Licht in das verworrene Geschehen in der düsteren viktorianischen Pfarrei von Borley zu bringen.
Basierend auf den von Sir Arthur Conan Doyle geschaffenen Figuren
| Besetzung |
| Rolle |
Sprecher |
| Sherlock Holmes |
Joachim Tennstedt |
| Dr. John Watson |
Detlef Bierstedt |
| Mrs. Hudson |
Regina Lemnitz |
| Reverend Henry Bull |
Lutz Riedel |
| Caroline Bull |
Marianne Groß |
| Harry Bull |
Tobias Nath |
| Dodie Bull |
Tanya Kahana |
| Kitty Bull |
Julia Stoepel |
| Freda Bull |
Sarah Riedel |
| Mabel Bull |
Maria Koschny |
| Mary |
Eva Michaelis |
| Katie |
Schaukje Könning |
(P) + © 2011, Titania Medien GmbH, Leverkusen
Kommentar - Detlef Kurtz
Holmes und Watson sollen das Spuken in einem Pfarrhaus auf den Grund gehen. Ist es wirklich wahr, das hier ein Geist sein Unwesen treibt? Der Auftraggeber, ein Reverent, möchte auch nicht so recht an ein übernatürliches Phänomen glauben und daher soll der Meisterdetektiv Klarheit schaffen!
Der Aufhänger ist nicht neu, aber macht neugierig. Schade ist, das die Eigenschaften von Holmes nach wie vor nicht stark genug hervorstechen. Er wirkt zwar arrogant und scharfsinnig, aber das berühmte Kombinieren, das Sir Arthur Conan Doyle in jeder Geschichte einbrachte, gibt es auch in der zweiten Episode nicht. Die Auflösung sorgt für ordentlich Diskussionsstoff. Warum sollte so eine seltsame Aktion durchgeführt werden? Sehr abstrus! Ein echter Krimi liegt nicht vor und daher bleibt zu wünschen das sich Marc Gruppe stärker an Doyle orientiert. Bisher wirken die beiden Helden nicht unbedingt wie das Ermittlerduo, das so geliebt und geschätzt wird. Der Spannungsbogen ist gut, aber es fehlt an Würze. Besonders kurios ist das Aufbauen einer gruseligen Grundhandlung, doch beim Schleichen im Finale, wird diese durch unnötigen Humor zerstört. Warum? Schlecht ist das Werk nicht, aber es kränkelt an verschiedenen Ideen, die einen Holmes-Fan nicht überzeugen.
Der Trost findet in Form der wunderbaren Besetzung statt. Wunderbare Stimmen sind zu hören. Allen voran Lutz Riedel, der als Reverent eine sehr gute Figur macht und seine Texte freier spricht, als in anderen Hörspielen. Geradezu herz zerreisend werden die Geschwister in Szene gesetzt. Die Regie hat wunderbare Arbeit geleistet und glättet die Schwächen, die leider im Script vorhanden sind.
Musik und Effekte sorgen für eine stilvolle Stimmung. Es wird auf Feinheiten geachtet und der kalte Wind ist geradezu spürbar. Die Musik steht der Geräuschkulisse in nichts nach. Sie ist stets passend und nie zu laut in Aktion.
Fazit: Echter Holmes-Flair ist nicht vorhanden, aber die Umsetzung trumpft mit guten Sprechern und einem wunderbaren Weg zur Auflösung, wenngleich das Ende nicht ganz überzeugt. Die Motive wirken etwas zu stark an den Haaren herbeigezogen.
|