Inhalt
Ganz in der Nähe der Baker-Street 221 B, dem Wohnsitz von Sherlock Holmes und seinem treuen Chronisten Dr. Watson, befindet sich das Wachsfigurenkabinett „Madame Tussauds“. Die Erben der berühmten Wachsbildnerin plagen ernste Probleme, denn das originale Fallbeil, mit dem die französische Königin Marie Antoinette enthauptet wurde, ist aus der Ausstellung entwendet worden...
Basierend auf den von Sir Arthur Conan Doyle geschaffenen Figuren
| Besetzung |
| Rolle |
Sprecher |
| Sherlock Holmes |
Joachim Tennstedt |
| Dr. John Watson |
Detlef Bierstedt |
| Mrs. Hudson |
Regina Lemnitz |
| John T. Tussaud |
Till Endemann |
| Ellen Tussaud |
Maria Koschny |
| Edward White |
Michael Pan |
| Sims |
Simon Jäger |
| Sean Corder |
Axel Lutter |
| Inspektor Abberdine |
Christian Stark |
| Margery Mapleton |
Philine Peters-Arnolds |
(P) + © 2011, Titania Medien GmbH, Leverkusen
Kommentar - Detlef Kurtz
Sherlock Holmes lässt sich nicht lange bitten, als er erfährt, das ein seltenes Fallbeil verschwunden ist. Im Ort des Geschehens wird klar, es kann nur jemand im näheren Umfeld gewesen sein, doch wer war es? Warum sollte überhaupt jemand ein Fallbeil klauen?
Das dritte neue Abenteuer, das nicht auf Sir Arthur Conan Doyle beruht, zeichnet sich durch eine ruhige Gangart aus. Der Stil gleicht dem Gruselkabinett. Es wird sich Zeit gelassen, um die Figuren kurz einzuführen und ein wenig Kultur den Hörern zu vermitteln. In den ersten Sätzen wird über das Wachsfigurenkabinett berichtet, ein ungewöhnlicher, aber doch nicht störender Schritt. Ein wenig überraschend ist allerdings, das Holmes sich nicht ziert den Fall anzunehmen. Immerhin ist der Fall gar nicht so kompliziert und herausfordernd. Es kann ja nur jemand im Umfeld sein und in der Regel würde Holmes diesen Fall dann dankend ablehnen, weil er seinen Intellekt nicht genug fordert. Das die Gangster in einer anderen Szene dem Hörer präsentiert werden, gab es in den Klassikern auch nie . Echte Holmes-Puristen könnten damit ein Problem haben. Die Dramaturgie bietet trotzdem solide Krimiermittlung, auch wenn Holmes nicht – wie früher – klare Momente hat – wo er allen vorführt, was sie übersehen haben. Marc Gruppe macht dies viel subtiler, sodass oft gar nicht auffällt, das sie überhaupt vorhanden sind. Etwas aufdringlicher wäre daher schön, denn das macht doch Holmes aus?!
Die Rollen sind allesamt gut besetzt. Es gibt keine Betonungsfehler und besonders die beiden Titelfiguren werden von Detlef Bierstedt (Watson) und Joachim Tennstedt (Holmes) wunderbar zum Leben erweckt. Schade ist aber, das Watson nur Mitläufer ist und recht wenig zu tun bekommt. Aber ein Stichwortgeber war er auch schon in anderen Verfilmungen, daher sollte die Kirche im Dorf bleiben. Schlechte Darbietungen gibt es nicht und die Spielfreude ist allen beteiligten anzuhören.
Das Coverdesign besticht durch ein Motiv, das wie ein Gemälde aussieht. Die Farben sind natürlich gehalten, allerdings stört, das das Fallbeil, um das es ja eigentlich geht, im Hintergrund verbannt ist, während die Königin, die nur am Rande erwähnt wird, die ganze Aufmerksamkeit bekommt. Die CD ziert wie immer Holmes und Watson bei der Arbeit.
Fazit: Solide Krimikost, die etwas mehr Tempo vertragen könnte, aber durch die gute Besetzung glänzt. Die Vorlage bietet einen interessanten Fall, aber echte Holmes-Fans dürften sich darüber wundern, das sich Holmes nicht sträubt zu ermitteln, da die Sachlage recht einfach gestrickt scheint.
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